Bau 4.0 – Effizienzgewinn durch digitale Strategien

Sie müssen auf vielen Baustellen mit multiplen Bauherren, Partnern und Auftragnehmern den Überblick bewahren? Sie nutzen E-Mails, Telefax, Briefe, Telefonate und persönliche Treffen zum Informationsaustausch und müssen diese Informationen dann aufwendig zusammenführen?

Während in anderen Branchen die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten ist, gehören in der Arbeitsorganisation von Architekten, Projektentwicklern und Bauunternehmern E-Mail, Telefax, Telefon und Zettelwirtschaft immer noch zum Alltag. Fehlende Rücksprache mit Handwerkern, veraltete Kommunikationsmethoden und schlechte Übersicht über Bauvorhaben. All das führt zu viel überflüssigem Zeitaufwand für die Kommunikation und Koordination auf der Baustelle. Bau 4.0 bietet hier neue Möglichkeiten, um automatisch Daten über das Bauprojekt zu erheben. Das beschleunigt den Informationsaustausch im eigenen Team und unternehmensübergreifend .

Auch die Bauindustrie schließt sich nach und nach der digitalen Revolution an. Wir bieten Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über die wichtigsten Themen des digitalen Zeitalters.

Was bedeutet Digitalisierung für die Baubranche?

Digitalisierung steht für die erhöhte Vernetzung von Unternehmen auf allen Tätigkeitsebenen sowie die Verwendung von Werkzeugen und Arbeitsmethoden, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien basieren. Denkt man die “digitale Revolution” zu Ende, so sind die neuen Techniken nicht mehr rein unterstützend einzusetzen. Vielmehr bilden sie grundlegend neue Möglichkeiten, um Geschäfte und Prozesse abzuwickeln. In der Baubranche bedeutet dies vor allem Veränderungen in der Planung, Bauausführung und Logistik.

Jedoch nutzen nur wenige Unternehmen das Potential von Bau 4.0 aus. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation schöpfen weniger als 6% der deutschen Bauunternehmen digitale Planungstools vollkommen aus.  Dies hat Auswirkungen auf die Produktivität der Baubranche: In den letzten 10 Jahren hat die Bauindustrie eine Umsatzsteigerung von nur 4,1% erfahren. Im Vergleich zu stark digitalisierten Gewerben wie dem verarbeitenden Gewerbe mit einer Umsatzsteigerung von 34,1% wird deutlich, wie groß der Aufholbedarf in der Baubranche ist.

Der Grund für die geringe Umsetzungsrate von digitalen Lösungen in der Baubranche ist ein fehlendes Bewusstsein für die vorhandenen Möglichkeiten. Diese werden von Tag zu Tag mehr. Ob speziell für die Baubranche entwickelte Ansätze wie BIM-Software oder aus anderen Industriezweigen importierte Lösungen wie etwa das RFID-Tracking, die Applikationsmöglichkeiten erstrecken sich über alle Unternehmensbereiche. Im Folgenden wird ein Überblick geschaffen.

RFID: Hebel für Bau 4.0

RFID-Tracking ist eine Technologie, die berührungslos und sichtkontaktfrei Daten mittels Radiowellen zwischen einem Transponder und einem Lesegerät übertragen kann. Dies ermöglicht einfache Ortung und Identifizierung von Objekten und Personen. Obwohl diese Technik anfangs primär im Supply Chain Management genutzt wurde, findet RFID-Tracking mittlerweile auch in der Baubranche seinen Anklang. Grafik 1 zeigt die verschiedenen Anwendungsbereiche im Unternehmen und deren Mehrwerte.

Grafik 1: Anwendungsmöglichkeiten für RFID von Planung bis Personal

Zusammenfassend kann man sagen, dass RFID-Tracking alle Baubeteiligten stärker vernetzt und durch den erhöhten Austausch von Information bessere Entscheidungen, geringe Aufrüstzeiten und hohe Fertigungsqualitäten fördert.

Das Smartphone: Die Neuinterpretation für die Baustelle

Ein weiterer Trend, der sich für die Baubranche anbahnt, ist die Einbindung von Smartphones und Tablets in den Arbeitsalltag. Mithilfe einer mobilen App können alle Mitarbeiter auf einer Baustelle z.B. mit dem Büro oder dem Polier in Verbindung bleiben. Sie können schnell Fotos austauschen oder ihre Pläne mobil und digital verfügbar halten.

Status Updates in Echtzeit, idealerweise mit Bildern, können den Bauleiter enorm entlasten, da er nun nicht zu jeder wichtigen Entscheidung selbst auf der Baustelle sein muss. Auch Mängel können frühzeitig per Handy gemeldet und behoben werden. Dies verringert die Nachbearbeitungszeit im Büro und senkt die Kosten des Bauvorhabens.

Außerdem bietet die Integration von Mobilgeräten die Möglichkeit, Sicherheitsrisiken zu melden. Dies erhöht die Erkennungsrate von Gefahrenbereichen und ermöglicht ihre Behebung bevor es zu Unfällen kommen kann.

Da heutzutage fast jeder berufstätige Erwachsene schon in Besitz eines Smartphones ist, fallen bei der Einführung dieser Strategie nur geringe Kosten an. Die Akzeptanz der Mitarbeiter ist zudem sehr wahrscheinlich. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, bruchsichere Handyhüllen oder speziell für Handwerker hergestellte, robuste Smartphones zu kaufen. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel über Smartphones auf der Baustelle.

Gerade auf der Baustelle bietet die Einbettung mobiler Geräte einen enormen Vorteil, da sie einen verbesserten Überblick, erhöhte Transparenz und Sicherheit ermöglichen. Die niedrigen Einführungskosten und hohe Akzeptanz machen diesen Trend für jedes Unternehmen eine attraktive Möglichkeit.

Building Information Modeling: Bauen am Computer

BIM ist momentan in aller Munde. Jedoch ist oftmals nicht klar, dass Building Information Modeling weniger eine Software, sondern mehr eine Arbeitsweise ist. Hierbei werden über den gesamten Lebenszyklus eines Bauvorhabens relevante Daten gesammelt und in ein konsistentes, digitales Modell eingespeist. Dies hat den Vorteil, dass alle Projektbeteiligten jederzeit Zugriff auf den aktuellen Planungsstand haben.  Somit können sie informierte Entscheidungen basierend auf einer soliden Datengrundlage treffen können. Somit werden eine Vielzahl an Planungsmängel vermieden. Zum Beispiel ist eine sehr genaue Kalkulation des Materialbedarfs möglich und Kollisionen von Gewerken werden nicht erst auf der Baustelle erkannt.

Jedoch bringt diese Technologie auch einige Nachteile mit sich: BIM ist zwar langzeitlich effizient, aber sehr aufwendig in der Handhabung. Gerade bei klein bis mittelgroßen Bauvorhaben überwiegt der Zeitaufwand für die Einspeisung von Daten meist den Nutzen. Zudem verweigern viele kleine Handwerksbetriebe die zusätzliche Bürokratie.

Prozeo bietet mit seiner Planungssoftware Combind für diese Problematik eine alternative Lösung. Wir erkennen die Vorteile einer vernetzten Baustelle aber eliminieren lange Einarbeitungszeiten durch eine simple Kommunikationsplattform, die speziell auf das Baugewerbe zugeschnitten ist. Prozeo fokussiert sich auf den strukturierten und effizienten Austausch von multimedialen Informationen zwischen allen Projektbeteiligten in Echtzeit. Wir wollen Bauleitern eine realistische Alternative zu Fax, Telefon und Zettelwirtschaft bieten und mit den darauf aufbauende Key Features einen tatsächlichen Mehrwert im Alltag ermöglichen.

Fazit:

Die Digitalisierung ist mit Bau 4.0 mittlerweile auch in der Baubranche angekommen und verspricht große Steigerungen von Effizienz und Produktivität. Eine Vielzahl an Anbietern mit verschiedensten digitalen Lösungen erscheinen täglich auf dem Markt. Dabei wird es schnell schwer, den Überblick zu bewahren. Mehr Informationen zur Auswahl digitaler Lösungen für Ihr Unternehmen finden Sie hier. Allgemein kann man jedoch sagen, dass es immer wichtig ist, sich mit seinem Individuellen Anwendungsfall auseinanderzusetzen und Strategien oder Produkte zu wählen, die dem den eigenen Anforderungen entsprechen ohne unnötige Komplexität zu erzeugen. Falls Sie weitere Fragen haben oder Beratung benötigen können Sie sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen.  Besuchen sie uns hier auf unserer Webseite.